Impressionen
Oper Stuttgart, Pique Dame, Foto: A. T. Schaefer

Peter Tschaikowsky

Pique Dame

Pique Dame

von Peter Tschaikowsky
in russischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Altersempfehlung für Schulklassen


Ähnlich wie sein Zeitgenosse Dostojewsky in seinen Romanen transponiert Tschaikowsky mit dem delirierenden Psychogramm seiner 1890 uraufgeführten Oper Pique Dame Motive aus Alexander Puschkins gleichnamiger 1834 erschienener Erzählung in die eigene Gegenwart.
 
German lässt die Geschichte einer Gräfin nicht los, von der es heißt, sie habe in ihrer Jugend als »moskowitische Venus« am französischen Hof Furore gemacht und von dort das Geheimnis dreier unfehlbarer Karten mitgebracht. In Germans Seele verdrängt der erträumte Sieg im Glücksspiel die erotische Erfüllung seiner Liebe zu Lisa und führt ihn in eine tödliche Liebesumarmung mit der alten Gräfin.
Mit dem Staatsopernchor Stuttgart

"PIQUE DAME" IN DEN MEDIEN

#OPERNBLOG

Mehr Texte, Bilder, Ton- und Videodokumente zur Produktion finden Sie im Blog der Oper Stuttgart auf  operstuttgart.wordpress.com

NACH(T)GESPRÄCHE

Die Regisseure, Dramaturgen, Sänger und Dirigenten der Produktion beantworten Fragen der Zuschauer. Wir freuen uns auf Ihren Einspruch, Zuspruch und Widerspruch!
  • Samstag, 30. September 2017
  • Freitag, 13. Oktober 2017

EINFÜHRUNG

Eine Einführung zum Stück findet vor jeder Vorstellung jeweils 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Opernhaus, Foyer I. Rang statt.

Hier können Sie sich aber auch bereits im Vorfeld und bequem zu Hause auf Ihren Theaterbesuch einstimmen und Wissenswertes zur Inszenierung erfahren - als Stream oder als Download:

© Audio-Mitschnitt: Oper Stuttgart | Foto: A.T. Schaefer

VORTRAG ZUM DOWNLOAD

Informationen
Opernhaus
Wieder im Repertoire
22. September 2017
Dauer
I. und II. Akt: ca. 1 Std. 35 Min.
Pause (nach dem 3. Bild): ca. 25 – 30  Min.
III. Akt: ca. 1 Std. 10 Min.
Aufführungen, Besetzung, Kartenverfügbarkeit
September 2017
22.09.2017 19:00 - 22:30 Uhr | Besetzung
9 / 17,50 / 25,50 / 38 / 50 / 63 / 78 / 94 / 109 € / F
26.09.2017 19:00 - 22:30 Uhr | Besetzung
9 / 15 / 21,50 / 32 / 42 / 53 / 65 / 78 / 91 € / E
30.09.2017 19:00 - 22:30 Uhr | Besetzung
9 / 17,50 / 25,50 / 38 / 50 / 63 / 78 / 94 / 109 € / F
Oktober 2017
13.10.2017 19:00 - 22:30 Uhr | Besetzung
9 / 17,50 / 25,50 / 38 / 50 / 63 / 78 / 94 / 109 € / F
16.10.2017 19:00 - 22:30 Uhr | Besetzung
9 / 15 / 21,50 / 32 / 42 / 53 / 65 / 78 / 91 € / E
25.10.2017 19:00 - 22:30 Uhr | Besetzung
9 / 15 / 21,50 / 32 / 42 / 53 / 65 / 78 / 91 € / E
31.10.2017 19:00 - 22:30 Uhr | Besetzung
9 / 15 / 21,50 / 32 / 42 / 53 / 65 / 78 / 91 € / E
Besetzung Sep 2017 - Okt 2017
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Musikalische Leitung: Frank Beermann, Regie und Dramaturgie: Jossi Wieler, Sergio Morabito, Bühne und Kostüme: Anna Viebrock, Licht: Reinhard Traub, Chor und Kinderchor: Johannes Knecht

German: Erin Caves, Graf Tomski: Gevorg Hakobyan, Fürst Jeletzki: Shigeo Ishino, Tschekalinski: Torsten Hofmann, Surin: Michael Nagl, David Steffens, Tschaplitzki: Moritz Kallenberg, Narumov: Padraic Rowan, Gräfin: Helene Schneiderman, Lisa: Rebecca von Lipinski, Polina: Stine Marie Fischer, Gouvernante: Maria Theresa Ullrich, Mascha: Mirella Bunoaica, Mit: Staatsopernchor Stuttgart, Kinderchor der Oper Stuttgart, Staatsorchester Stuttgart
Bildergalerie
PRESSESTIMMEN

PRESSESTIMMEN

zur Premiere am 11. Juni 2017
Schwäbische Zeitung, 13.06.2017
„Einhellig feierte das Premierenpublikum die letzte Neuproduktion der Staatsoper Stuttgart in dieser Saison. (…) Tosenden Beifall gab es nicht nur für die Gesangssolisten, für den Opern- und den Kinderchor samt ihrem Leiter Johannes Knecht sowie für das Orchester und seinen Chefdirigenten Sylvain Cambreling, sondern auch für das bewährte Regieteam.“

„Die Liebe erstickt in Tristesse und Gewalt“ von Werner Müller-Grimmel
Esslinger Zeitung, 13.06.2017
„Großes Romantikkino – garantiert kitschfrei – was will man mehr?“

„Postromantischer Psychothriller“ von Thomas Krazeisen
Klassikkritik, 13.06.2017
„Ein großer Abend!“

„Fulminante Spannung und innere Geschlossenheit“ von Der Klassikkritiker
Neue Zürcher Zeitung, 13.06.2017
[Sylvain] Cambreling [leitete] das Stuttgarter Staatsorchester mit hellhöriger Differenzierung: bisweilen recht zupackend, aber stets durchhörbar.“

„Der Wahnsinn in den Hinterhöfen“ von Marco Frei
Südwest Presse, 13.06.2017
„Feurig die Chöre! Und glänzend, was Sylvain Cambreling da mit dem Staatsorchester aus dem Graben zaubert – unerbittlich scharf und schneidend das Blech, graziös die Flöten, todtraurig die Klarinette, seidig und schwärmerisch sehrend die Streicher.“

„Eigenwillig, vielschichtig, surreal inszeniert. Und dennoch in vielem anrührend.“

„Labyrinth des Verfalls“ von Otto Paul Burkhardt
SWR2 Journal am Mittag, 12.06.2017
Pique Dame lebt von einer ausgezeichneten Personenführung – und vom großartigen Chor und dem hervorragenden Orchester, die alle Facetten der Musik Tschaikowskys so brillant ausarbeiten, dass man jede Instrumenten-Gruppen einzeln beglückwünschen möchte.“

Kritik von Monika Kursawe
Südkurier, 13.06.2017
„Das ist alles schlüssig und klug gemacht.“

„Großartig Helene Schneiderman als Gräfin, und auch Sylvain Cambreling animiert das Staatsorchester zu einer leidenschaftlichen, die musikalischen Extreme der Partitur auslotenden Spielweise – sinnlich, farbenreich, die großen Gesten in den Vordergrund rückend. Insgesamt ein starker Saisonabschluss.“

„Traum vom besseren Leben“ von Frank Armbruster
Süddeutsche Zeitung, 16.06.2017
„Der von Lisa um seines Reichtums willen als Liebhaber akzeptierte Jeletzki erweist sich als echter Gentleman, der von Shigeo Ishino mit elegant sich verströmendem Bariton gesungen wird.“

„[Eine] in jedem Moment spannende Gratwanderung zwischen Realismus und Surrealismus, zwischen Rohheit und Leichtigkeit, Verzweiflung und Komik, genauester Psychologie und jener Rätselhaftigkeit, die an jedem guten Theaterabend bleibt.“

„Gier nach Geld und Liebe“ von Michael Stallknecht
Münchner Merkur, 16.06.2017
„Typisch Wieler/ Morabito, wie brennend genau und klug beobachtet das auf die Bühne gebracht wird.“

„Über allem steht ohnehin Helene Schneiderman, die singdarstellende Operninstitution am Neckar.“

„Die ‚East Side Story von Markus Thiel
Faustkultur, 20.06.2017
Pique Dame in Stuttgart: das Team Jossi Wieler, Sergio Morabito und Anna Viebrock demonstriert all die Qualitäten, für die es zu Recht gerühmt wird. Mit dieser Produktion könnte sich jede führende Bühne der Welt, jedes Opernfestival schmücken. Sie blieb dem Opernhaus des Jahres vorbehalten und bestätigt einmal mehr das Erfolgsrezept einer Ensemblearbeit, die in einem Jahr zu Ende gehen wird (...).“

„Sängerisch war ohne Zweifel Rebecca von Lipinski als Lisa der Höhepunkt des Premierenabends.“

„Ein Bühnenereignis“ von Thomas Rothschild
Stuttgarter Nachrichten, 13.06.2017
„Der Bariton Vladislav Sulimsky hat als Tomski ein ­glänzendes Hausdebüt gegeben, Stine Marie Fischer als Polina mit hoher Bühnenpräsenz und viel Stimmsamt Aufsehen erregt (...).“

„Straßenbahnbeichtstuhl ins Nirwana“ von Susanne Benda
Reutlinger Generalanzeiger, 13.06.2017
Rebecca von Lipinskis eher zurückhaltender Sopran (…) entfaltet sich in Duetten mit Stine Marie Fischer (als Lisas Freundin Polina) und [Erin] Caves besonders prachtvoll. Fischer bringt mit ihrem fantastischen Alt und ihrer erfrischenden Art erheblichen Schwung in den Abend. Helene Schneiderman (Mezzosopran) nimmt mit kurzen, aber effektvollen Auftritten als Gräfin für sich ein.“

„Zerstörerischer Egomane“ von Christoph B. Ströhle
neue musikzeitung, 12.06.2017
„[Erin Caves] trifft jeden Ton mit imponierender Sicherheit und führt das Ensemble an, in dem besonders Stine Marie Fischer als Polina und Yuko Kakuta als Mascha auffallen.“

„Auf der Suche nach der verlorenen Gegenwart“ von Joachim Lange
HANDLUNG

HANDLUNG

1. TEIL

Ein Frühlingstag in einem Petersburger Elendsviertel.

Der Außenseiter German gesteht Tomski seine Liebe zu Lisa, die er nur aus der Ferne umschwärmt. Tomski, ein zu Geld gekommener Aufsteiger, versucht, German Mut zu machen. Von seinen Kameraden Tschekalinski, Surin, Tschaplitzki und Namurov wird German verspottet.

Fürst Jeletzki erscheint und stellt Lisa als seine Verlobte vor. Lisa hat sich gegen eine Beziehung zu dem sie faszinierenden German entschieden. Denn nur die Vernunftehe mit Fürst Jeletzki bietet ihr eine Möglichkeit, dem Elend zu entkommen. German ist fassungslos. Da erscheint Lisas Großmutter, die alte Gräfin. Sie ist von Germans Erscheinung abgestoßen und fasziniert zugleich ‒ wie er von der ihren.

Tomski erzählt die Geschichte, die hinter dem Spitznamen der alten Gräfin „Pique Dame“ stecken soll: Als junge Frau habe sie in Paris als „moskowitische Venus“ Furore gemacht. Nachdem sie beim Glücksspiel ihr gesamtes Vermögen verspielt hatte, wurde sie vom Grafen von Saint Germain erpresst, der ihr das Geheimnis dreier unfehlbarer Karten zum Preis einer Liebesnacht verkaufte. Die Gräfin gewann alles zurück. Das Geheimnis vertraute sie später ihrem Ehemann und einem Liebhaber an. Doch ein Geist prophezeite ihr, dass ein dritter Liebender, beim Versuch, die drei Karten in Erfahrung zu bringen, ihren Tod verursachen würde.

German, der das Glücksspiel zwar ganze Nächte hindurch fasziniert verfolgt, selbst aber nie teilnimmt, wird von seinen Kameraden gehänselt: Als Liebhaber der alten Gräfin könne er riskieren, sich gefahrlos am Spiel zu beteiligen.

Lisa nimmt vor der Hochzeit Abschied von den Freundinnen Polina, Mascha und anderen Frauen ihres Wohnblocks. Erst als sie allein ist, wird sie von ihren verdrängten Gefühlen für German eingeholt. Plötzlich steht German vor ihr und droht ihr mit Selbstmord aus unerfüllter Liebe. German muss sich verstecken, als abermals die alte Gräfin erscheint, die ihrer Enkelin Lisa hinterherspioniert. Nachdem sie allein zurückgeblieben sind, bekennt Lisa German ihre Gegenliebe.

Lisas Wohnviertel feiert ihren Ausstand mit Einstudierung und Aufführung des Theaterstücks „Die Aufrichtigkeit der Schäferin“. Das Stück ist ein an Lisa gerichteter bitterer Kommentar: Denn anders als die gezeigte Schäferin hat sich Lisa nicht für die Liebe zu einem Habenichts, sondern für das Geld und den sozialen Aufstieg entschieden.
Germans Kameraden erschrecken, verunsichern und veralbern ihn mit fortgesetzten Anspielungen auf die alte Gräfin.
Lisa gelingt es, sich Fürst Jeletzki zu entziehen und German einen Schlüssel zuzustecken, mit dessen Hilfe er durch das Schlafzimmer der Gräfin in ihr Zimmer gelangen kann. Er kündigt noch für dieselbe Nacht seinen Besuch an.

2. TEIL

Germans Phantasie gerät mehr und mehr in den Bann der „moskowitischen Venus“. Er überrascht und bedrängt die alte Gräfin, in deren Wahrnehmung sich Erinnerungen an ihre Glanzzeit am französischen Hof mit der Gegenwart Germans vermischen. Sie stirbt in Germans Armen, ohne ihr Geheimnis preisgegeben zu haben. Die hinzueilende Lisa erkennt, dass Germans Interesse nicht ihr sondern dem Geheimnis der drei Karten galt.

German, dessen Hoffnungen sich mit dem Tod der Gräfin zerschlagen haben, wird von düsteren Fieberphantasien heimgesucht. Auf ihrem Höhepunkt erscheint der Geist der alten Gräfin, trägt ihm auf, Lisa zu heiraten, und lehrt ihn die drei unfehlbaren Karten Drei, Sieben und As.

Lisa hat German ein Ultimatum gestellt: Wenn er nicht bis Mitternacht zu ihr kommt, wird sie ihn als Mörder ihrer Großmutter betrachten. German erscheint kurz nach Mitternacht, um sie mit in den Spielsalon nehmen. Sie erkennt seinen Wahnsinn und nimmt sich das Leben.

German überrascht die Spieler mit dem Wunsch mitspielen zu wollen. Er setzt eine exorbitante Summe und gewinnt mit der Drei, um in der nächsten Runde seinen Gewinn mit der Sieben noch einmal zu verdoppeln. Niemand will mehr gegen ihn antreten. Da meldet sich Fürst Jeletzki, der gekommen ist, um sich für den Verlust Lisas an German zu rächen. German verliert, da er statt auf das As auf die Pique-Dame setzt.
KURZFILM

KURZFILM ZUR PREMIERE 2016/17


© Kurzfilm: Tobias Dusche | Foto: A.T. Schaefer, 2016/17