Impressionen
Oper Stuttgart, Fidelio, Foto: A.T. Schaefer

Ludwig van Beethoven

Fidelio

Fidelio

von Ludwig van Beethoven
in deutscher Sprache mit Übertiteln

Altersempfehlung für Schulklassen


Der Oper liegt eine Episode aus der Schreckensherrschaft der Französischen Revolution zugrunde. J. N. Bouilly wollte selbst erlebt haben, was er 1798 in seinem Libretto Leonore oder Die eheliche Liebe schilderte: Einer Frau gelingt es in der Verkleidung eines Mannes, ihren Gatten aus dem Kerker zu befreien. In der österreichischen Monarchie mussten für Beethovens Oper alle Hinweise auf den politischen Kontext getilgt werden. Doch seine packende Musik ist voll revolutionärer Dringlichkeit. Zugleich entwächst Beethovens Leonore der ihr gesellschaftlich zugedachten Rolle als bürgerliche Ehefrau.
 
Wir spielen Beethovens einzige Oper, die er zwischen 1805 und 1814 in drei Anläufen erarbeitete, in der Fassung letzter Hand, inklusive ihrer originalen Dialogszenen.
Mit dem Staatsopernchor Stuttgart
Thema

#OPERNBLOG

Mehr Texte, Bilder, Ton- und Videodokumente zur Produktion finden Sie im Blog der Oper Stuttgart auf operstuttgart.wordpress.com

NACH(T)GESPRÄCH

Die Regisseure, Dramaturgen, Sänger und Dirigenten der Produktion beantworten Fragen der Zuschauer. Wir freuen uns auf Ihren Einspruch, Zuspruch und Widerspruch!
  • Sonntag, 04. Februar 2018

EINFÜHRUNG

Eine Einführung zum Stück findet vor jeder Vorstellung jeweils 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Opernhaus, Foyer I. Rang statt.

Hier können Sie sich aber auch bereits im Vorfeld und bequem zu Hause auf Ihren Theaterbesuch einstimmen und Wissenswertes zur Inszenierung erfahren - als Stream oder als Download:

© Audio-Mitschnitt: Oper Stuttgart | Foto: A.T. Schaefer
Informationen
Opernhaus
Wieder im Repertoire
04. Februar 2018
Dauer
I. Aufzug: ca. 1 Std. 25 Min.
Pause: ca. 30 Min.
II. Aufzug: ca. 55 Min.
Besetzung
Anzeigen
Musikalische Leitung: Sylvain Cambreling, Regie und Dramaturgie: Jossi Wieler, Sergio Morabito, Bühne: Bert Neumann, Licht: Lothar Baumgarte, Chor: Christoph Heil

Don Fernando: Ronan Collett, Don Pizarro: Michael Ebbecke, Florestan: Daniel Kirch, Leonore: Rebecca von Lipinski, Rocco: Roland Bracht, Marzelline: Josefin Feiler, Jaquino: Daniel Kluge, Erster Gefangener: Young Chan Kim, Zweiter Gefangener: Ulrich Wand, Mit: Staatsopernchor Stuttgart, Staatsorchester Stuttgart
Bildergalerie
PRESSESTIMMEN

PRESSESTIMMEN

zur Premiere am 25.10.2015
SWR2 „Journal am Mittag“, 26.10.2015
„[Eine] grandiose, in sich schlüssige Deutung eines musikalischen und – wie die Inszenierung deutlich macht - dramaturgischen Meisterwerks.“

„Fidelio ungekürzt“ von Rainer Zerbst
Stuttgarter Zeitung, 27.10.2015
„Beethovens Rettungsoper, üblicherweise als tönende Feier der Humanität verstanden, wird in Stuttgart zum Abschiedsgesang auf die Utopie von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.“

„Abschied von den Idealen“ von Götz Thieme
Stuttgarter Nachrichten, 27.10.2015
„Um Menschliches geht es auch Sylvain Cambreling und dem Staatsorchester: Geradezu liebevoll gibt der Dirigent den Sängern zurückhaltendes Geleit, nachdrücklich treibt er selbst der Jubelmusik alle pathetischen Totschlag-Argumente aus, und zwingend formt er einen Bogen vom Singspiel des Anfangs bis zur großen Oper am Ende.“

„Belauscht mit Ohr und Blick“ von Susanne Benda
Salzburger Nachrichten, 28.10.2015
„[Sylvain Cambrelings musikalische Interpretation] setzt auf konsequente, straffe Durchleuchtung der Partitur, nicht auf Gefühl oder gar Pathos […]: kristallin, trennscharf, mit Röntgenblick auf selten so deutlich gehörte Details, instrumentale Querstände und vokale ‚Modernität‘, konstruktivistisch in der Anlage, fordernd, stringent.“

„Alles ruft hier überdeutlich: Überwachung!“von Karl Harb
Esslinger Zeitung, 27.10.2015
„[Dirigent Sylvain Cambreling] reizt die aufbrechende, wenn man so will: revolutionäre Dynamik Beethovens konsequent aus, weiß aber auch zu schattieren und feine Farben auszukosten.“

„[Die Regisseure Jossi Wieler und Sergio Morabito haben] die viel kritisierte Spannung der Beethoven-Oper zwischen singspielhafter Privatheit und politischer Befreiungsaktion brisant und gegenwartsbezüglich aufgehoben, werkgetreu insofern, als jene Gegenwelten erhalten bleiben, statt die Anklage gegen Unmenschlichkeit, politische Haft und Machtmissbrauch zum Musiktheater-Kommentar des Amnesty-International-Jahresberichts zu reduzieren.“

„Start-up im Knast“ von Martin Mezger
DIE RHEINPFALZ, 28.10.2015
„Jede Geste, jede Bewegung auch des Chores sitzt. Für solche Inszenierungen wurde das Wort Personenführung erfunden.“

„Und am Ende muss Bloch weinen“ von Frank Pommer
Münchner Merkur, 28.10.2015
Über die ungekürzten Sprechtexte: Wieler und Morabito haben immens intensiv und genau gearbeitet. Man hängt an den Lippen der Sänger, die in Schauspieler verwandelt wurden. Ein feines Netzwerk aus Wort und Gesang. Eine Genauigkeit, die frappierend ist und nur funktioniert, wenn ein Haus wie die Staatsoper auf ein leise nachbohrendes Regie-Duo bauen kann und auf ein ineinandergreifendes Ensemble.“

„Gefangen im Netz von Wort und Gesang“ von Markus Thiel
Reutlinger Generalanzeiger, 28.10.2015
„Schauspielerisch wie sängerisch das Charisma in Person ist […] Rebecca von Lipinski als Fidelio. Wie sie die mutige Frau des politisch Gefangenen Florestan gibt, die sich als Mann verkleidet ins Umfeld von Kerkermeister Rocco einschleußt, ist von packender Glaubhaftigkeit. Bis hin zu ihrer Rückverwandlung im zweiten Akt, wenn sie ihren Mann mit der Pistole im Anschlag wie eine Lara Croft aus dem Kerker holt. Sängerisch ist ihre Verschmelzung von Musik und rollenbezogener Emotion einfach grandios.

„Der Chor war eine Wucht, zupackend, klangstark und ausgewogen.“

„Ein weiterer Garant des Gelingens war das Orchester unter Sylvain Cambreling. Schlank und transparent klang das, mit wunderbar präsenten Holzbläsern und geschmeidigen Hörnern.“

„Allein gegen den Überwachungstaat“ von Armin Knauer
klassik.com, 25.10.2015
„Von filigranen Holzbläsern und präzise intonierendem Blech bis zu warm timbriertem Streicherklang ist alles dabei, was man sich für einen vitalen, zu subtilem Pianissimo wie zu dynamischen Explosionen ebenso fähigen Beethoven-Klang wünscht.“

„In der Titelpartie brilliert Rebecca von Lipinski.“

„Als quirlige Marzelline mit schlanker und natürlicher Diktion in allen Registern begeistert Josefin Feiler.“

„Gewohnt erstklassig agiert auch der Stuttgarter Staatsopernchor.“

„Die totale Überwachung“ von Thomas Gehrig
Ludwigsburger Kreiszeitung, 27.10.2015
Michael König (Florestan) und Rebecca von Lipinski (Leonore) sind ein sängerisch überzeugendes und darstellerisch berührendes Paar.“

„Liebe und Freiheit im Überwachungsstaat“ von Dietholf Zerweck
Fränkische Nachrichten, 28.10.2015
„Musikalisch bewegt sich die Aufführung auf hohem Niveau. Das nicht zuletzt dank des die richtigen Akzente und klare Konturen setzenden Dirigats von Sylvain Cambreling und des unter seiner umsichtigen Leitung nuancenreich spielenden Staatsorchesters Stuttgart. In der Titelrolle wartet Rebecca von Lipinski mit einem schön geführten, dramatischen Sopran und entschlossenen Spiel auf. Wie schon 1985 und 1998 - welche Leistung! - gestaltet Roland Bracht die Partie des Kerkermeisters Rocco mit fülligem Charakterbass und glaubhaft in der Darstellung. Michael Ebbecke, 1985 und 1998 noch der Don Fernando, leiht jetzt seinen expressiven Charakterbariton dem Don Pizarro. Als Don Fernando feiert der Bariton Ronan Collett mit Erfolg sein Rollendebüt, ebenso wie der Tenor Daniel Kluge als Jaquino und die Sopranistin Josefin Feiler als Marzelline. Mit ergreifend charaktervollem Gesang und intensivem Spiel debütiert der Heldentenor Michael König als Florestan in Stuttgart.

„Im Papierschredder werden Schicksale vernichtet“
von Dieter Schnabel
Schwäbische Post, 26.10.2015
Michael Ebbecke gibt als Gouverneur Pizarro vokal und szenisch brillant den bösen Schurken.“

„Willkommen im Überwachungsstaat“ von Werner Müller-Grimmel
Vorarlberger Nachrichten, 31.10.2015
„Das hohe Niveau des Chores macht das Haus zu einem Sonderfall in der mitteleuropäischen Musiktheaterlandschaft.“

„Vom Überwachungs- zum Verdrängungsstaat“ von Christa Dietrich
Neue Zürcher Zeitung, 10.11.15
„Nur selten erlebt man Beethovens Partitur derart klar artikuliert und schlank phrasiert – mit klug differenziertem Vibrato-Einsatz. Dieser Fidelio klingt noch lange nach.“

„Ein Schreckensbild unserer Zeit“von Marco Frei
TRAILER

TRAILER ZUR PREMIERE 2015/16


© Video: Norbert Goldhammer / Patrick Schuble, Foto: A. T. Schaefer, 2015
PROBENTRAILER

PROBENTRAILER ZUR PREMIERE 2015/16


© Video: Norbert Goldhammer, 2015
INTERVIEW SERGIO MORABITO

INTERVIEW MIT REGISSEUR UND DRAMATURG SERGIO MORABITO ÜBER DEN UMGANG MIT DEN DIALOGEN

© Video: Norbert Goldhammer, 2015
HANDLUNG

HANDLUNG

Florestan war den Verbrechen des Staatsbeamten Pizarro auf der Spur. Bevor er sie öffentlich machen konnte, entführte Pizarro ihn und hält ihn seither im Keller eines Staatsgefängnisses fest, dem er als Gouverneur vorsteht. Sein Kerkermeister Rocco ist angewiesen, Florestan langsam verhungern zu lassen. Zwei Jahre nach seinem Verschwinden hält man Florestan allgemein für tot – mit Ausnahme seiner Frau Leonore, die ihn in Pizarros Gefängnis vermutet. Als Mann verkleidet und unter dem Namen Fidelio hat sie sich vor einem halben Jahr als Gehilfe des Kerkermeisters anstellen lassen.

ERSTER AKT
IM HOF EINES STAATSGEFÄNGNISSES

Marzelline, die Tochter des Kerkermeisters Rocco, wird von dem Schließer Jaquino bedrängt, von dem sie nichts mehr wissen will, seitdem sie sich in Fidelio verliebt hat. 
Auch ihr Vater Rocco befürwortet Marzellines neue Verbindung. Da Fidelio hervorragende Arbeit leistet, hofft Rocco, ihm mit der Hand Marzellines auch seine Amtspflichten übertragen zu können, denen er sich mit vorrückendem Alter immer weniger gewachsen fühlt.

Ein Schreiben warnt Pizarro vor einer unangekündigten Gefängnisinspektion durch den Minister. Vor dessen Eintreffen will Pizarro Florestan nun so schnell wie möglich beseitigen. Er versucht, Rocco mit dem Mord zu beauftragen, dieser findet sich aber lediglich dazu bereit, das Grab auszuheben.

Unterstützt von Marzelline gelingt es Fidelio, Rocco dafür zu gewinnen, die leichteren Gefängnisse zu öffnen. Bei dem unverhofften Hofgang demonstrieren die Häftlinge ihre innere Ungebrochenheit und Würde. 

Rocco berichtet Fidelio, dass Pizarro Fidelios Heirat mit Marzelline zugestimmt und auch erlaubt hat, dass er Rocco in den geheimen Kerker begleiten darf, um dort die Leiche eines todgeweihten Gefangenen verschwinden zu lassen.

ZWEITER AKT
IN FLORESTANS VERLIESS

Den verzweifelnden Florestan hält nur noch der Glaube an seine Unschuld, seine Zivilcourage und an seine Frau Leonore aufrecht. Er sinkt in eine Ohnmacht.

Rocco und Fidelio treten ein und graben sein Grab. 

Leonore erkennt den Gefolterten zunächst nicht, entscheidet sich aber, diesen auch dann zu retten, wenn er nicht der Gesuchte sein sollte.

Als Florestan erwacht, erkennt Leonore Florestan – er sie aber nicht.

Pizarro schickt Rocco und seinen Gehilfen fort. In der Absicht, Florestan zu erstechen, gibt er sich ihm zu erkennen. Da tritt Leonore dazwischen und offenbart ihre Identität als Florestans Frau. Sie kann Pizarro von dem geschwächten Florestan ablenken und mit einer Pistole in Schach halten. Ein Trompetensignal kündigt das Eintreffen des Ministers an. Pizarro flieht. Leonore und Florestan schließen einander
in die Arme.

Don Fernando, der Minister, erkennt in dem Gefangenen seinen totgeglaubten Freund.
Pizarro wird für seine Verfehlungen bestraft.
Alle feiern Leonores mutige Tat.